VKE - Verband der Vertriebsfirmen Kosmetischer Erzeugnisse e.V.

Coaching Tipps

Zu wenig Zeit für die Mitarbeiter

Frage:

Für Mitarbeiterführung soll ich mindestens 50% meiner Zeit frei machen, aber ich habe so viele eigenen Aufgaben und Projekte. Das kann gar nicht funktionieren. Ist das nicht Wunschdenken, so viel Zeit in Mitarbeiterführung zu investieren?

Antwort Katrin Seifarth:

Wer mir sagt, dass er/sie keine Zeit für Mitarbeiterführung hat, hat die Führungsrolle noch nicht verinnerlicht.

Die „eigenen Projekte“ dienen hier oft als Vorwand. Und wer sich jetzt denkt: „Jetzt ist sie realitätsfern“, sollte gerade jetzt weiterlesen. J Ich habe selbst in einem Großkonzern gearbeitet und weiß: Wir alle haben viel zu tun, oft haben wir eigene Projekte. Dennoch: Es ist ganz klar Ihre Rolle als Führungskraft, Ihre Mitarbeiter*innen zu entwickeln und zu Selbstläufern zu machen. Eine gute Führungskraft gibt klare Visionen und Ziele vor, kennt die Motivationsknöpfe jedes Teammitglieds und kann vor allem loslassen und klar und eindeutig delegieren. Letzteres schafft genau die Zeit, um sich mit den einzelnen Personen im Team zu beschäftigen, z.B. beim eher informellen Mittagessen oder in 1-zu-1-Gesprächen.

Seien Sie klar in Ihren Zielvorgaben und schauen Sie, wo einzelnen Mitarbeiter*innen eventuell Fähigkeiten fehlen, um die Ziele eigenständig zu erreichen. Wenn Sie ihm/ihr helfen, diese Fähigkeiten zu erwerben, investieren Sie in die Zukunft der Teammitglieder und somit in Ihre Zukunft. Ihre Teammitglieder können sich entwickeln, und je mehr sie sich entwickeln, umso mehr können Sie beruhigt delegieren.

Finden Sie vor allem heraus, wer was von Ihnen braucht. Nicht jede(r) braucht die gleiche Aufmerksamkeit, die gleiche“ Engmaschigkeit“ beim Führen. Fast keiner braucht allerdings Kontrolle. Kontrolle ist oft ein Thema, dass aus uns selbst entspringt, weil wir Vertrauen nicht gelernt haben. Dabei brauchen wir alle Vertrauen, um einen guten und befreiten Job zu machen. Manche brauchen sogar Ermutigung, manche brauchen explizite Fehlertoleranz, etc. etc. Fragen Sie jede(n) im Team einzeln, welches Verhalten er/sie konkret und wie oft von Ihnen erwartet, formulieren Sie gerne auch Ihre Erwartungen. Viele meiner Kunden und Kundinnen suchen nach dem Führungswerkzeugkasten. Den gibt es nicht! Oder vielleicht doch: er heißt Empathie. Vertrauen Sie sich selbst, dass Sie Empathie haben! Dann geht vieles von ganz alleine. Viel Spaß dabei!


Katrin Seifarth, KS@remove-this.train-effect.de