VKE - Verband der Vertriebsfirmen Kosmetischer Erzeugnisse e.V.

Dekorative Kosmetik – auf dem Umsatzgipfel angelangt?

Ein Beitrag von Sabine Hefter, Director Premium Cosmetics, CS, SymphonyIRI Group GmbH


Sabine Hefter

Nach dem dynamischen Wachstum der letzten Jahre stabilisiert sich die dekorative Kosmetik im ersten Halbjahr 2012 mit einem Umsatzplus von 0,7 % auf hohem Niveau (Basis: LEH+DM+Parfümerien+KWH). Während das Umsatzwachstum bisher durch überdurchschnittlich starke Mengenausweitungen gestützt war, lässt dies in 2012 etwas nach.

 

Entscheidend für den Erfolg der letzten Jahre waren die Nagellacke, deren Umsätze durch immer neue Angebotsformen ungeahnte Rekorde erzielten. Auch in 2012 setzt sich dieser Trend (noch) fort: neben sehr preiswerten Angeboten mit Preisen um die 2 € selbst in der Parfümerie gelingt es vor allem den großen Klassikern, mit limitierten Editions immer wieder für neue Kaufimpulse zu sorgen. Allerdings ist abzusehen, dass die Nagellack-"Blase" langsam einem Ende zudriftet: mittlerweile gibt es wirklich alle Farben, alle Preisniveaus - und auch das Thema "Applikationen und Gimmicks" ist in fast allen denkbaren Nischen besetzt und mehr als ausgereizt. Es ist schwer vorstellbar, dass sich hier noch sehr viel mehr verkaufen lässt!

Umso wichtiger werden wieder die tragenden Säulen der dekorativen Sortimente, vor allem das Make-up. Ein moderates Plus von aktuell 2 % ist im Wesentlichen auf neue Angebote, aber auch die Fokussierung auf bestehende Ranges zurückzuführen. Kompetenz, Image und die Konzentration auf Top-Klassiker sind hier die entscheidenden Stichworte. Erfolgreiche Serien sind diejenigen, die in nachvollziehbarerr Form die Vorteile jeder Make-Up-Variante im Portfolio herausstellen. Neuheiten, die die gleiche Wirkbotschaft haben wie bereits bestehende Varianten, verwirren die Kundin und führen meist nur zu einem Austauschkauf: sie kauft dann das neuere Produkt und lässt ihr bisheriges Produkt im Regal stehen. Dagegen neue Wirkversprechen, vor allem verstärkte Pflege-Versprechen, werden gern zusätzlich ausprobiert und rechtfertigen dann durchaus einen etwas höheren Preis.

Will man die Trends in zwei Worten zusammen fassen, kann man sagen: Farbe in enger Verbindung mit Mode (für Nagellack, Lippenstifte und Augen-Make-up) und Texturen (für Make-up) sind die entscheidenden Impulsgeber. Überzeugend eingesetzt, kann man auch für die Zukunft der dekorativen Kosmetik weiterhin stabile, wenn auch nicht überdurchschnittliche Umsatzentwicklungen erwarten.