VKE - Verband der Vertriebsfirmen Kosmetischer Erzeugnisse e.V.

Alles hofft auf die Weihnachtssaison!

Ein Beitrag von Sabine Hefter, Director Premium Cosmetics, Information Resources GmbH


Sabine Hefter

Nach einem eher gemäßigten 1.Halbjahr beginnt auch das zweite Halbjahr verhalten: bis einschließlich September zeigen sich die Totalmärkte für Kosmetik (Basis: Düfte, dekorative Kosmetik, Pflege, Lebensmitteleinzelhandel+Drogeriemärkte+Parfümerien+KWH) wieder umsatzstabil – die selektiven Anbieter in einer Fortsetzung des Trends, während der Massenbereich seine "Schlecker-Umsatzdelle" aus dem Jahr 2012 ausgeglichen hat und nun ebenfalls eine schwarze „Null“ aufweist.

Mass market becomes more stable during the year

Der Vergleich der Sortimente zeigt: ohne die Dekorative Kosmetik sähen die Zahlen sowohl im Selektiv- als auch im Konsumbereich deutlich schlechter aus. Vor allem die Düfte konnten bisher noch nicht punkten: Neuheiten werden verstärkt erst im zweiten Halbjahr angeboten, es sind überwiegend Ausweitungen bestehender Serien, weniger große Neuheiten, die zu Impuls-Mehrkäufen führen könnten.

Die Dekorative Kosmetik dagegen setzt ihren Höhenflug weiter fort. Zwar sind die Zuwachsraten nicht mehr so ausgeprägt, wie man sie erfolgsverwöhnt aus den letzten 2 Jahren vor allem dank der Nagellacke erwarten konnte. Gerade in diesem Teilsegment ist deutlich erkennbar, dass der Trend sich abflacht: man hat alle Farben, Größen, Formen im selektiven Bereich angeboten – jetzt konzentriert sich der Umsatz verstärkt auf preiswerte „me too“-Produkte im Massenbereich. Allerdings ist der Umsatz hier immer noch auf einem sehr hohen Niveau, der Stellenwert der Nagellacke im Gesamtportfolio darf also weiterhin nicht unterschätzt werden. Gerade die großen Modemarken überzeugen immer noch mit ihrem Angebot – auch auf hohem Preisniveau.

Der Trend in der Parfümerie geht, abseits der Nagellacke, wieder verstärkt in die eigentlichen Kerngebiete: Make-up und vor allem aktuell das Augen-Makeup. Dramatische Augen-Akzente mit dem kompletten Programm von Mascara, Liedschatten und Eyeliner sind angesagt – viele Neuheiten geben Kaufimpulse und überzeugen die Konsumentin von zusätzlichen Farben und Formen.

Was aber hat diese positive Grundeinstellung für Auswirkungen auf den Kosmetikmarkt gehabt?

Nail-trend lost power – back to the roots for make-up and dramatical eyes

 

Die Premium-Gesichtspflege ist weiterhin das Umsatz-Stiefkind. Wenige wirkliche Neuheiten – meist nur Einzelprodukte in der Ergänzung innerhalb eines schon vorhandenen Markenportfolios – vermitteln dem Verbraucher wohl nicht genügend Kaufanreize. Vor allem das Kernsortiment „Anti-Aging“ ist nach einem leichten Hoffnungsschimmer in 2012 wieder rückläufig.

The Anti Aging category strongest influences the overall market situation

Es bleibt abzuwarten, ob das vierte Quartal – und vor allem die Weihnachtssaison – diesem Trend einen positiven Impuls geben kann. Zumindest die generelle Kauflaune der Konsumenten ist vorhanden!