VKE - Verband der Vertriebsfirmen Kosmetischer Erzeugnisse e.V.

Weihnachtszeit endlich mal ohne Stress
Denkanstöße und Tipps für eine besinnliche Adventszeit

Ein Beitrag von Katrin Seifarth, Trainerin, Coach, Moderatorin und Autorin

Katrin Seifarth
Katrin Seifarth

Bei den einen ist es der Jahresabschluss, bei vielen ist es das so wichtige Weihnachtsgeschäft: in jedem Jahr ereilt uns die zusätzliche Arbeit im Dezember fast so überraschend wie das Weihnachtsfest selbst. Und während Sie noch darüber nachdenken, ob Sie die Hauptrolle in dem legendären Film „Und täglich grüßt das Murmeltier“ (absolut sehenswert) gewonnen haben, überschlagen sich die Ereignisse und Sie haben Stress wie gefühlt niemals zuvor: Krise auf dem Projekt, Überstunden, Skiurlaub vorbereiten, Geschenke kaufen für Mama, Papa, Oma, Opa, den Partner, die Kinder und die besten Freundinnen, Weihnachtskarten schrieben in der Firma und privat, zur Weihnachtsfeier vom Fußballverein Plätzchen backen, die Wohnung dekorieren und den Weihnachtsbaum kaufen. Wie die Geysiere schießen neue Aufgaben aus dem Boden, die - wenn man es einmal genau betrachtet - fast alle vorhersehbar waren.

Wenn Sie diesen ersten Absatz lesen, was denken Sie. Denken Sie: „Das ist ein schöner Film über eine Person, die unglaublich gefragt ist, viele Aufgaben hat und sich freut, diese zu bewältigen“? Oder denken sie: „Diese arme Person, so ein Stress, und das gleiche steht mir auch bald wieder bevor“? Ich vermute Letzteres und da liegt bereits Vieles begraben. Wie viel Stress wir empfinden liegt daran, wie positiv oder negativ wir die Dinge sehen. Ich will Sie im Folgenden nicht mit Dingen langweilen, wie frühzeitig zu planen, die Geschenke schon im Juli zu kaufen oder klare Prioritäten zu setzen. Ich möchte Ihnen im Folgenden einige andere Denkanstöße und Tipps mitgeben.

 

Tipp 1: Freuen Sie sich, dass Sie in den nächsten Wochen viele Aufgaben haben

Filmrollen

Ja, Sie haben eben richtig gelesen. Sie sollen sich über Ihre Aufgaben freuen. Warum? Nun, die Aufgaben sind sowieso da, da ist es doch schöner, sich drüber zu freuen statt sich drüber zu ärgern. Und wie soll Ihnen das gelingen? Nun, drehen Sie aus Ihren vielen Aufgaben den Film „Life is great“ statt den Film „Life is hard“. Welche Gefühle soll dieser Film in Ihnen auslösen? Stress oder Freude? Welches Bild sehen Sie vor sich: sich selbst als völlig gestresste, erschöpfte Person oder sich selbst mit einem fröhlichen Lachen im Gesicht. Welche Assoziationen lösen Weihnachtslieder in Ihnen aus: „nerviges Gedudel“ oder „wie schön bald ist Weihnachten“. Sie haben die Wahl, wie Sie auf akustische oder optische Weihnachtsreize reagieren und welches Bild, welches Gefühl sich bei Ihnen einstellt. Malen Sie sich das Ergebnis Ihres Handelns positiv aus und drehen Sie einen Film darüber, der vor Ihrem geistigen Auge abläuft: sehen Sie die glücklichen Gesichter der Beschenkten statt das „nervige Geschenkekaufen“, sehen Sie Ihre Umsatzzahlen für Dezember ins Unermessliche steigen statt den Aufwand für die In-store-Aktivitäten, sehen Sie die Jagd nach dem passenden Weihnachtsbaum als Sport statt als lästiges Umherfahren. Malen Sie sich das Ergebnis Ihres Handels als wunderschönen Film aus, dann geht vieles leichter von der Hand. Und seien Sie bei jeder Aktivität, bei jeder Aufgabe wie ein Schauspieler voll bei der Sache, seinen Sie im Moment. Ein Schauspieler, der gerade eine fröhliche Rolle spielt, kann dies unmöglich gut machen, wenn er daran denkt, dass er in der nächsten Szene weinen muss. Seien auch Sie bei der Sache, egal was sie tun und denken Sie nicht an das was noch vor Ihnen liegt. Was vor Ihnen liegt, läuft nicht weg, ob Sie daran denken, oder nicht. Machen Sie lieber das gut, was Sie jetzt tun.

Tipp 2: Machen Sie nervige oder Routine-Aufgaben zu einem positiven Erlebnis

vier Personen im Meeting

Schon wieder positiv? Ja, so einfach ist das. Es geht einfach leichter von der Hand. Machen Sie zum Beispiel das Unterschreiben der Firmen-Weihnachtskarten zum Event. Anstatt dass jeder allein an seinem Schreibtisch sitzt und schreibt, finden Sie sich in einem Konferenzraum ein und schreiben Sie alle gleichzeitig, haben Sie Spaß dabei, tauschen Sie sich über Texte aus, wechseln Sie sich beim Eintüten ab. Machen Sie daraus eine lustige Fließbandarbeit. Die Arbeit geht so nicht nur leichter von der Hand, sondern Sie haben gleich etwas für das Gemeinschaftsgefühl getan.

 Aus den Hemmschuhen in die Stöckelschuhe

Das gleiche können Sie übrigens bei den privaten Weihnachtskarten mit der Familie oder dem Partner oder mit Freunden machen. Machen Sie es zu einem Nachmittags-Event. Oder beim Erstellen der Geschenkelisten, warum wollen Sie sich alleine den Kopf zerbrechen? Treffen Sie sich mit Freunden oder innerhalb der Familie und machen Sie ein kreatives Brainstorming. So sind Sie nicht alleine verantwortlich, und die Ergebnisse werden inhaltlich oft noch besser.

An dieser Stelle möchte ich ganz ohne Eigennutz anmerken, dass sich mein Buch „Aus den Hemmschuhen in die Stöckelschuhe“ hervorragend als Geschenk für Mütter eignet und dass ich es vom 15. November bis 15. Dezember auf Anfrage unter info@train-effect.de gerne handsigniert verschicke. Preis 17,90€.

Tipp 3: Delegieren Sie. Andere können mehr als Sie meinen

Delegieren

Und wenn Sie schon in der Firma oder privat zusammen sitzen, verteilen Sie gleich die Aufgaben, wer z.B. welches Geschenk besorgt, wer was verschickt, wer die Wohnung dekoriert, wer die Plätzchen backt, etc. Vor allem Frauen haben die Tendenz, sich für alles verantwortlich zu fühlen. Geben Sie Aufgaben ab. Sie müssen nicht in jedem Jahr alles selbst machen. Lassen Sie z.B. in der Familie die Verantwortung für die Weihnachtsdekoration reihum gehen: in jedem Jahr ist ein Familienmitglied verantwortlich. Und damit meine ich verantwortlich. Dies sollten sie genauso klar formulieren und auch mit den Folgen leben können, wenn die Starwars-Deko Ihres Sprösslings Ihnen nicht so sehr gefällt. Lernen Sie loszulassen! Übrigens können Kinder viel früher Verantwortung übernehmen, als wir oft meinen. So können Sie Plätzchenbacken unter der Anleitung eines Babysitters sicher auch gut delegieren. Stellen Sie sich vor, Sie werden morgen von einem heimtückischen Virus heimgesucht (natürlich nur hypothetisch), der bis Weihnachten dauert: an wen können Sie was delegieren. Delegieren heißt übrigens nicht, eine Aufgabe an andere abzudrücken, sondern vielleicht auch andere daran wachsen zu lassen, wie beispielsweise die Kinder oder den Partner, der sich gerne mal aus allem raushält. Und wenn es wirklich eine blöde Routine-Tätigkeit ist, dann wechseln Sie sich so ab, dass jeder mal dran ist. Denken Sie in der Firma bereichsübergreifend und schaffen Sie Synergien. Wenn ohnehin ein Mitarbeiter Geschenke packen muss, kann er es vielleicht auch mal für alle oder mehrere tun und nicht nur für seinen Bereich. Wenn in einer Promotion etwas nicht rund läuft, kann ein Mitarbeiter das vielleicht gleich für alle Marken lösen, bevor jeder seine eigene Lösung produziert. Ernennen Sie in jedem Jahr einen neuen Krisenmanager für typische Problemfälle. Dafür darf er im nächsten Jahr aussetzen. Das tut der Motivation gut.

Tipp 4: Machen Sie eine Not-to-Do-Liste

not to do Liste

Die Not-to-Do-Liste ist eines meiner liebsten Werkzeuge. Wir haben so viele To-Do-Listen, aber die meisten Menschen haben keine Not-to-Do-Liste. Daher machen wir viele Dinge, weil wir sie immer schon so gemacht haben oder weil sie von uns erwartet werden, z.B. das Drei-Gänge-Menü an Heiligabend, der selbstgebastelte Adventskalender, das permanente Ausbügeln von Fehlern anderer, etc.

 

Machen Sie eine Liste mit den Dingen, die Sie eigentlich nicht mehr tun wollen und besprechen Sie diese frühzeitig mit den Betroffenen. Sagen Sie Ihrem Kollegen, dass Sie in diesem Jahr nicht als Retter in der Not zur Verfügung stehen, wenn er Probleme aussitzt. Besprechen Sie mit Ihrer Familie, dass es zur Abwechslung an Heiligabend einmal Eintopf geben soll oder teilen Sie jedem Familienmitglied einen Menü-Punkt zu, damit Sie nicht alles kochen müssen. Wenn Sie jetzt schon wissen, dass Dinge auf Sie zurollen, die Sie nicht mehr tun wollen, dann setzen Sie diese auf die Liste und besprechen Sie ruhig und sachlich mit den Betroffenen, wie man sie anders lösen kann. Bleiben Sie sachlich und suchen Sie nach Lösungen. Ein bockiges „Ich mach das nicht mehr“ kommt nicht gut an.

Tipp 5: Zeitnahes Feedback und Kurskorrektur

denkende Frau

Und wenn Sie am ersten Feiertag doch das Gefühl haben, in der Vorweihnachtszeit in großen Stress geraten zu sein, dann nehmen Sie sich ein paar Minuten Zeit, um den Stress „zu analysieren“. Schreiben Sie sich auf, was sie genau gestresst hat und welcher Glaubenssatz dahinter steht. Stress baut fast immer auf unseren hinderlichen Glaubenssätzen auf. Wenn Ihr Glaubenssatz ist: „Ich muss alles perfekt machen“, dann haben Sie ganz sicher in den letzten Wochen Stress gehabt, denn viele Prioritäten perfekt zu machen ist eine noch größere Illusion als überhaupt etwas perfekt zu machen. Es ist nicht erreichbar und muss Stress auslösen. Ihre Glaubenssätze finden Sie übrigens am besten heraus, wenn Sie sich vorstellen, dass Sie die Dinge, die Sie gestresst haben, einfach nicht gemacht hätten. Was wäre gewesen, wenn der Adventskalender nicht selbst gebastelt gewesen wäre? Dann wäre ich vielleicht keine gute Mutter. Mein Glaubenssatz wäre in diesem Fall: „Ich bin nicht gut genug.“ Übrigens, keine Sorge: 85% aller Menschen tragen diesen Glaubenssatz mit sich herum, Sie sind also nicht alleine.
Was wäre gewesen, wenn Sie der Kollegin den Gefallen nicht getan hätten? Dann hätte es vielleicht einen Konflikt gegeben. Ihr Glaubenssatz wäre dann zum Beispiel: „Ich hasse Konflikte.“ Ein häufiger Glaubenssatz ist auch „Ich kann nicht nein sagen.“ Wie auch immer Ihr Glaubenssatz lautet. Weihnachten ist der perfekte Zeitpunkt, ihn zu ermitteln. Sie haben dann ein ganzes Jahr Zeit, den alten, hinderlichen Glaubenssatz über Bord zu werfen und durch einen schöneren, positiveren zu ersetzen, damit Sie im nächsten Jahr nicht in Stress geraten.

Weihnachtszeit endlich mal ohne Stress
Denkanstöße und Tipps für eine besinnliche Adventszeit

Ein Beitrag von Katrin Seifahrt, Trainerin, Coach, Moderatorin und Autorin

Katrin Seifahrt
Katrin Seifahrt

Bei den einen ist es der Jahresabschluss, bei vielen ist es das so wichtige Weihnachtsgeschäft: in jedem Jahr ereilt uns die zusätzliche Arbeit im Dezember fast so überraschend wie das Weihnachtsfest selbst. Und während Sie noch darüber nachdenken, ob Sie die Hauptrolle in dem legendären Film „Und täglich grüßt das Murmeltier“ (absolut sehenswert) gewonnen haben, überschlagen sich die Ereignisse und Sie haben Stress wie gefühlt niemals zuvor: Krise auf dem Projekt, Überstunden, Skiurlaub vorbereiten, Geschenke kaufen für Mama, Papa, Oma, Opa, den Partner, die Kinder und die besten Freundinnen, Weihnachtskarten schrieben in der Firma und privat, zur Weihnachtsfeier vom Fußballverein Plätzchen backen, die Wohnung dekorieren und den Weihnachtsbaum kaufen. Wie die Geysiere schießen neue Aufgaben aus dem Boden, die - wenn man es einmal genau betrachtet - fast alle vorhersehbar waren.

Wenn Sie diesen ersten Absatz lesen, was denken Sie. Denken Sie: „Das ist ein schöner Film über eine Person, die unglaublich gefragt ist, viele Aufgaben hat und sich freut, diese zu bewältigen“? Oder denken sie: „Diese arme Person, so ein Stress, und das gleiche steht mir auch bald wieder bevor“? Ich vermute Letzteres und da liegt bereits Vieles begraben. Wie viel Stress wir empfinden liegt daran, wie positiv oder negativ wir die Dinge sehen. Ich will Sie im Folgenden nicht mit Dingen langweilen, wie frühzeitig zu planen, die Geschenke schon im Juli zu kaufen oder klare Prioritäten zu setzen. Ich möchte Ihnen im Folgenden einige andere Denkanstöße und Tipps mitgeben.

 

Tipp 1: Freuen Sie sich, dass Sie in den nächsten Wochen viele Aufgaben haben

Filmrollen

Ja, Sie haben eben richtig gelesen. Sie sollen sich über Ihre Aufgaben freuen. Warum? Nun, die Aufgaben sind sowieso da, da ist es doch schöner, sich drüber zu freuen statt sich drüber zu ärgern. Und wie soll Ihnen das gelingen? Nun, drehen Sie aus Ihren vielen Aufgaben den Film „Life is great“ statt den Film „Life is hard“. Welche Gefühle soll dieser Film in Ihnen auslösen? Stress oder Freude? Welches Bild sehen Sie vor sich: sich selbst als völlig gestresste, erschöpfte Person oder sich selbst mit einem fröhlichen Lachen im Gesicht. Welche Assoziationen lösen Weihnachtslieder in Ihnen aus: „nerviges Gedudel“ oder „wie schön bald ist Weihnachten“. Sie haben die Wahl, wie Sie auf akustische oder optische Weihnachtsreize reagieren und welches Bild, welches Gefühl sich bei Ihnen einstellt. Malen Sie sich das Ergebnis Ihres Handelns positiv aus und drehen Sie einen Film darüber, der vor Ihrem geistigen Auge abläuft: sehen Sie die glücklichen Gesichter der Beschenkten statt das „nervige Geschenkekaufen“, sehen Sie Ihre Umsatzzahlen für Dezember ins Unermessliche steigen statt den Aufwand für die In-store-Aktivitäten, sehen Sie die Jagd nach dem passenden Weihnachtsbaum als Sport statt als lästiges Umherfahren. Malen Sie sich das Ergebnis Ihres Handels als wunderschönen Film aus, dann geht vieles leichter von der Hand. Und seien Sie bei jeder Aktivität, bei jeder Aufgabe wie ein Schauspieler voll bei der Sache, seinen Sie im Moment. Ein Schauspieler, der gerade eine fröhliche Rolle spielt, kann dies unmöglich gut machen, wenn er daran denkt, dass er in der nächsten Szene weinen muss. Seien auch Sie bei der Sache, egal was sie tun und denken Sie nicht an das was noch vor Ihnen liegt. Was vor Ihnen liegt, läuft nicht weg, ob Sie daran denken, oder nicht. Machen Sie lieber das gut, was Sie jetzt tun.

Tipp 2: Machen Sie nervige oder Routine-Aufgaben zu einem positiven Erlebnis

vier Personen im Meeting

Schon wieder positiv? Ja, so einfach ist das. Es geht einfach leichter von der Hand. Machen Sie zum Beispiel das Unterschreiben der Firmen-Weihnachtskarten zum Event. Anstatt dass jeder allein an seinem Schreibtisch sitzt und schreibt, finden Sie sich in einem Konferenzraum ein und schreiben Sie alle gleichzeitig, haben Sie Spaß dabei, tauschen Sie sich über Texte aus, wechseln Sie sich beim Eintüten ab. Machen Sie daraus eine lustige Fließbandarbeit. Die Arbeit geht so nicht nur leichter von der Hand, sondern Sie haben gleich etwas für das Gemeinschaftsgefühl getan.

 Aus den Hemmschuhen in die Stöckelschuhe

Das gleiche können Sie übrigens bei den privaten Weihnachtskarten mit der Familie oder dem Partner oder mit Freunden machen. Machen Sie es zu einem Nachmittags-Event. Oder beim Erstellen der Geschenkelisten, warum wollen Sie sich alleine den Kopf zerbrechen? Treffen Sie sich mit Freunden oder innerhalb der Familie und machen Sie ein kreatives Brainstorming. So sind Sie nicht alleine verantwortlich, und die Ergebnisse werden inhaltlich oft noch besser.

An dieser Stelle möchte ich ganz ohne Eigennutz anmerken, dass sich mein Buch „Aus den Hemmschuhen in die Stöckelschuhe“ hervorragend als Geschenk für Mütter eignet und dass ich es vom 15. November bis 15. Dezember auf Anfrage unter info@train-effect.de gerne handsigniert verschicke. Preis 17,90€.

Tipp 3: Delegieren Sie. Andere können mehr als Sie meinen

Delegieren

Und wenn Sie schon in der Firma oder privat zusammen sitzen, verteilen Sie gleich die Aufgaben, wer z.B. welches Geschenk besorgt, wer was verschickt, wer die Wohnung dekoriert, wer die Plätzchen backt, etc. Vor allem Frauen haben die Tendenz, sich für alles verantwortlich zu fühlen. Geben Sie Aufgaben ab. Sie müssen nicht in jedem Jahr alles selbst machen. Lassen Sie z.B. in der Familie die Verantwortung für die Weihnachtsdekoration reihum gehen: in jedem Jahr ist ein Familienmitglied verantwortlich. Und damit meine ich verantwortlich. Dies sollten sie genauso klar formulieren und auch mit den Folgen leben können, wenn die Starwars-Deko Ihres Sprösslings Ihnen nicht so sehr gefällt. Lernen Sie loszulassen! Übrigens können Kinder viel früher Verantwortung übernehmen, als wir oft meinen. So können Sie Plätzchenbacken unter der Anleitung eines Babysitters sicher auch gut delegieren. Stellen Sie sich vor, Sie werden morgen von einem heimtückischen Virus heimgesucht (natürlich nur hypothetisch), der bis Weihnachten dauert: an wen können Sie was delegieren. Delegieren heißt übrigens nicht, eine Aufgabe an andere abzudrücken, sondern vielleicht auch andere daran wachsen zu lassen, wie beispielsweise die Kinder oder den Partner, der sich gerne mal aus allem raushält. Und wenn es wirklich eine blöde Routine-Tätigkeit ist, dann wechseln Sie sich so ab, dass jeder mal dran ist. Denken Sie in der Firma bereichsübergreifend und schaffen Sie Synergien. Wenn ohnehin ein Mitarbeiter Geschenke packen muss, kann er es vielleicht auch mal für alle oder mehrere tun und nicht nur für seinen Bereich. Wenn in einer Promotion etwas nicht rund läuft, kann ein Mitarbeiter das vielleicht gleich für alle Marken lösen, bevor jeder seine eigene Lösung produziert. Ernennen Sie in jedem Jahr einen neuen Krisenmanager für typische Problemfälle. Dafür darf er im nächsten Jahr aussetzen. Das tut der Motivation gut.

Tipp 4: Machen Sie eine Not-to-Do-Liste

not to do Liste

Die Not-to-Do-Liste ist eines meiner liebsten Werkzeuge. Wir haben so viele To-Do-Listen, aber die meisten Menschen haben keine Not-to-Do-Liste. Daher machen wir viele Dinge, weil wir sie immer schon so gemacht haben oder weil sie von uns erwartet werden, z.B. das Drei-Gänge-Menü an Heiligabend, der selbstgebastelte Adventskalender, das permanente Ausbügeln von Fehlern anderer, etc.

 

Machen Sie eine Liste mit den Dingen, die Sie eigentlich nicht mehr tun wollen und besprechen Sie diese frühzeitig mit den Betroffenen. Sagen Sie Ihrem Kollegen, dass Sie in diesem Jahr nicht als Retter in der Not zur Verfügung stehen, wenn er Probleme aussitzt. Besprechen Sie mit Ihrer Familie, dass es zur Abwechslung an Heiligabend einmal Eintopf geben soll oder teilen Sie jedem Familienmitglied einen Menü-Punkt zu, damit Sie nicht alles kochen müssen. Wenn Sie jetzt schon wissen, dass Dinge auf Sie zurollen, die Sie nicht mehr tun wollen, dann setzen Sie diese auf die Liste und besprechen Sie ruhig und sachlich mit den Betroffenen, wie man sie anders lösen kann. Bleiben Sie sachlich und suchen Sie nach Lösungen. Ein bockiges „Ich mach das nicht mehr“ kommt nicht gut an.

Tipp 5: Zeitnahes Feedback und Kurskorrektur

denkende Frau

Und wenn Sie am ersten Feiertag doch das Gefühl haben, in der Vorweihnachtszeit in großen Stress geraten zu sein, dann nehmen Sie sich ein paar Minuten Zeit, um den Stress „zu analysieren“. Schreiben Sie sich auf, was sie genau gestresst hat und welcher Glaubenssatz dahinter steht. Stress baut fast immer auf unseren hinderlichen Glaubenssätzen auf. Wenn Ihr Glaubenssatz ist: „Ich muss alles perfekt machen“, dann haben Sie ganz sicher in den letzten Wochen Stress gehabt, denn viele Prioritäten perfekt zu machen ist eine noch größere Illusion als überhaupt etwas perfekt zu machen. Es ist nicht erreichbar und muss Stress auslösen. Ihre Glaubenssätze finden Sie übrigens am besten heraus, wenn Sie sich vorstellen, dass Sie die Dinge, die Sie gestresst haben, einfach nicht gemacht hätten. Was wäre gewesen, wenn der Adventskalender nicht selbst gebastelt gewesen wäre? Dann wäre ich vielleicht keine gute Mutter. Mein Glaubenssatz wäre in diesem Fall: „Ich bin nicht gut genug.“ Übrigens, keine Sorge: 85% aller Menschen tragen diesen Glaubenssatz mit sich herum, Sie sind also nicht alleine.
Was wäre gewesen, wenn Sie der Kollegin den Gefallen nicht getan hätten? Dann hätte es vielleicht einen Konflikt gegeben. Ihr Glaubenssatz wäre dann zum Beispiel: „Ich hasse Konflikte.“ Ein häufiger Glaubenssatz ist auch „Ich kann nicht nein sagen.“ Wie auch immer Ihr Glaubenssatz lautet. Weihnachten ist der perfekte Zeitpunkt, ihn zu ermitteln. Sie haben dann ein ganzes Jahr Zeit, den alten, hinderlichen Glaubenssatz über Bord zu werfen und durch einen schöneren, positiveren zu ersetzen, damit Sie im nächsten Jahr nicht in Stress geraten.

Bildnachweis:
Filmrollen, vier Personen im Meeting, denkende Frau: shutterstock; Delegieren, not to do Liste: 123rf.com