VKE - Verband der Vertriebsfirmen Kosmetischer Erzeugnisse e.V.

Dem Leben etwas zurückgeben – eine Stammzellenspende

Ein Beitrag von Christiane Bruszis, Director PR & Media Relations, COTY PRESTIGE

Christiane Bruszis
Christiane Bruszis

Im Jahr 1991 gründete Peter Harf, CEO sowie Aufsichtsratsmitglied von Coty Inc., gemeinsam mit Prof. Gerhard Ehninger die DKMS (Deutsche Knochenmarkspenderdatei). Auslöser dafür war die Krebserkrankung von Harfs Ehefrau und die erfolglose Suche nach einem geeigneten Knochenmarkspender. Heute ist die Organisation das weltweit größte gemeinnützige Stammzellenspende-System. Bisher konnten durch sie schon 38100 Stammzellenspenden ermöglicht werden.

Denn alle 16 Minuten erkrankt allein in Deutschland ein Mensch an Blutkrebs – Sammelbegriff für eine Reihe bösartiger Erkrankungen des blutbildenden Systems. Am weitesten verbreitet ist die Leukämie. Babys, Jugendliche, Erwachsene – für sie alle ist eine Stammzell- oder Knochenmarktransplantation oft die letzte Hoffnung auf Leben. Schlagen Chemo- und Strahlentherapie nicht an, kommen für nur knapp ein Drittel der Patienten nahe Verwandte in Frage. Die große Mehrheit ist somit auf eine „Fremdspende“ angewiesen.

Coty war als erste Partnerfirma der DKMS von Beginn an dabei, leistete großzügige Anschubfinanzierung, nutzte firmeneigene Strukturen und Kommunikationsplattformen. Das gemeinsame Ziel: eine weltweite Spenderdatei aufbauen. So wurden 2005 die DKMS America, 2009 DKMS Polen und 2011 DKMS Spanien gegründet. Zusätzlich initiierte Coty 1995 die DKMS Life (look good – feel better) in Deutschland, eine Aktion, die pro Jahr mehr als 100 kostenlose Kosmetikseminare für Krebspatientinnen anbietet.

Seit mehr als neun Jahren mache ich für Coty Prestige als PR-Direktorin die Kommunikation zu unseren Marken, Zahlen, geschäftlichen Vorhaben und steuere die interne Kommunikation. Selbstverständlich gehört es für mich dazu, auch über das soziale Engagement von Coty zu sprechen: die intensive Unterstützung für die DKMS und die DKMS Life. Gleich zu Beginn meiner Tätigkeit hatte ich mich zudem mit einem Wangenabstrich registrieren lassen.

 

„Sie sind ein Match – Sie passen zu einem Patienten!“

Es war Mitte März 2013. Ich kämpfte mit den Nachwehen eines komplizierten Kreuzbandrisses, fühlte mich schwach und dünnhäutig. Aus dem Alltag gerissen, hatte ich so auch Zeit, mir wieder einmal fundamentale Fragen zu stellen, was mein Leben bestimmt, den Sinn ausmacht. Genau in dieser Phase kam mit einem Anruf die Antwort: „Frau Bruszis, Sie kommen als Spender für einen Krebspatienten infrage!“

Spontan dachte ich: was für ein Zufall. Denn die Wahrscheinlichkeit, dass die Gewebemerkmale zweier Menschen übereinstimmen, reicht von eins zu 20.000 bis eins zu mehreren Millionen. Es gilt, die berühmte „Nadel im Heuhaufen“ zu finden. Und nach all den Jahren intensiver PR-Arbeit für dieses Thema bin ich es, die nicht nur redet, sondern tatsächlich helfen kann.

Obwohl selbst in einer labilen Phase, hatte ich keine Zweifel. Denn wer sich für eine Spende entscheidet, entscheidet im übertragenen Sinn auch über Leben und Tod. Was sich so dramatisch anhört, ist es auch. Hat sich für einen Krebspatienten ein kompatibler Spender gefunden, setzt sich ein komplexer Prozess in Bewegung, der nicht unterbrochen werden darf. Innerhalb einer Woche wird mittels Chemo- und Strahlentherapie das komplette Immunsystem auf null gefahren. Die eigenen Abwehrkräfte sind nicht mehr vorhanden, auf der Isolierstation wartet der Patient auf seine vielleicht lebensrettende Transfusion.

Christiane Bruszis

Ein unglaubliches Glücksgefühl

Heute gibt es zwei Wege Stammzellen oder Knochenmark für einen Patienten zu gewinnen, die periphere Entnahme aus dem fließenden Blut oder die Knochenmarkentnahme aus dem Beckenkamm (nicht, wie oft fälschlicherweise angenommen, aus dem Rückenmark). Erstere Methode wird in 80 Prozent der Fälle durchgeführt.

Auch ich hatte mich nach einer intensiven körperlichen und Blutuntersuchung sowie der Rücksprache mit den Ärzten im DKMS-Zentrum („Cellex“) in Köln für die periphere Methode entschlossen. Dazu gehört, sich fünf Tage lang einen Wachstumsfaktor unter die Haut zu spritzen, damit die Stammzellen (die überwiegend im Knochenmark vorkommen) ins Blut ausgeschwemmt werden.

In der Nacht vor der Stammzellenspende konnte ich kaum schlafen, ich war nun doch sehr aufgeregt und gebe offen zu, ich hatte ein wenig Respekt vor der Zeit, die ich an einem Automaten zur Blutentnahme und –rückführung angeschlossen sein würde. Fünf Stunden konnte ich zusehen, wie mein Blut den Körper verlässt, um dann, ohne Stammzellen, wieder zurückzufließen. Danach ging es ganz schnell, denn innerhalb von 48 Stunden muss das kostbare Gut dem Empfänger transplantiert werden. Sollte der Körper die Spende innerhalb von 100 Tagen angenommen haben, gilt er als geheilt.

  Christiane Bruszis

Ich fühlte Müdigkeit und war gleichsam wie elektrisiert. Ein tiefes Glücksgefühl durchströmte mich, etwas wirklich Sinnvolles getan zu haben. Die Vorstellung mit meinem Körper, meinen Stammzellen, möglicherweise einem Menschen das Leben retten zu können, war einmalig. Die Erkenntnis, etwas Nachhaltiges in dieser doch oft schnelllebigen und oberflächlichen Zeit geleistet zu haben, erfüllt mich auch heute noch mit großer Zufriedenheit.

Ich bin davon überzeugt, es war kein Zufall, dass ich Spender sein durfte! Denn mit dem, was ich am besten kann – reden, schreiben, einfach ganz viel kommunizieren, bin ich die ideale Botschafterin und kann vielleicht noch mehr Menschen dazu bewegen, sich registrieren zu lassen. Denn, es ist kein Zufall Spender zu werden! Die Registrierung bei der DKMS ist ganz einfach!

Übrigens - in einem Jahr kann ich erfragen, wem genau ich gespendet habe.