VKE - Verband der Vertriebsfirmen Kosmetischer Erzeugnisse e.V.

Michael Schummert, Geschäftsführer/CEO Dr. BABOR GmbH & Co. KG

VKE-Fragebogen

Seit wann sind Sie in der Kosmetikbranche tätig?

Ich bin 1995 bei L’Oréal nach dem BWL-Studium im Marketing gestartet. Seitdem gab es auch Stationen in der Fashion. Für diese Erfahrungen bin ich heute dankbar. Jeden Ausflug aus dem Branchen-Karussell empfinde ich als sehr bereichernd. Seit 13 Jahren bin ich nun CEO der Babor Beauty Group. In der Zeit konnten wir viel bewegen. Die Marke BABOR ist verjüngt und lebt den Claim „Ask for More“ jeden Tag. Unsere große Stärke ist unser Mut, neue Wege zu gehen. Und zwar in allen Unternehmensbereichen. Mit diesem Mindset haben wir beste Chancen, auch die Zukunft so erfolgreich zu gestalten.

In welchen Funktionen waren Sie schon tätig?

Bei L’Oréal begonnen habe ich mit einer klassischen Marketingkarriere im Produktmanagement. Danach ging es in den Vertrieb – erst als Sales Director Windsor bei der Holy Fashion Group, danach wieder zu Estée Lauder als National Sales Director. Schließlich ging es für mich zu Wolford als General Manager Germany. Und dann, 2007, zu BABOR.

Ihr Lieblingsprodukt?

Das sind natürlich die einzigartigen BABOR Ampullen. Die lassen sich je nach Ziel und Verfassung individuell einsetzen und sind in ihrer Wirkung einfach unerreicht. Als Creme liebe ich die Doctor Babor Collagen Booster Cream. Generell teste ich gerne und viel. Mal neue Labormuster und mal Wettbewerbsprodukte. Düfte wechseln bei mir je nach Jahreszeit und Laune. Seit Jahren konstanter Begleiter ist Creed Aventus.

Ihre Lieblingsbeschäftigung?

Ich reise sehr gerne. Dabei beobachte und treffe ich gerne Menschen, inhaliere die Kultur und begeistere mich für Retail-Konzepte. Shoppen ist für mich keine Strafe – egal wo auf der Welt, auf einer Luxusmeile, in einem Supermarkt, einem Wochenmarkt oder eben online. Der Blick über den Tellerrand gibt mir Inspiration für neue Ideen. Vor Corona war häufiges Reisen für mich das Normalste der Welt. Wir werden es bald wieder tun können, sicherlich weniger als früher. Und wir werden jede kulturelle Begegnung viel mehr zu schätzen wissen.

Ihr Hauptcharakterzug?

Leidenschaft. Ich kann mich sehr für Neues begeistern und liebe es, für eine Sache zu brennen. Das ist gepaart mit viel Neugier, und so liebe ich es, neue Trends wahrzunehmen und von einer Kategorie in die nächste zu übersetzten. Früher hat mich dann häufig schon mal mein Team eingefangen und geerdet. Heute kommt zunehmend Altersweisheit hinzu.

Ihr Lebensmotto?

Carpe diem. Der frühe Tod meines Vaters hat mich sehr darauf gebracht, das Leben zu genießen und dankbar für die Gesundheit und den täglichen Umgang mit großartigen Menschen und Kollegen zu sein. Intensive, erfüllende Arbeit mit Freude und Spaß zu verbinden, finde ich wichtig und ist Teil meines Naturells. Bei BABOR ist unser Motto „Ask for More“. Das ist mehr als ein Marken-Claim, das ist unsere DNA und für mich auch ein persönlicher Anspruch, den Status Quo stets zu hinterfragen und jedes Jahr ein Stück besser zu werden.

Gibt es Fehler, die Sie verzeihen?

Klar, solange sie nicht vorsätzlich, fahrlässig und wiederholt geschehen. Wir alle machen Fehler. Das müssen wir, denn nur so entsteht Neues, entsteht Innovation. Durch Ausprobieren und auch mal Scheitern. Dieses Mindset des fail forward ist in deutschen Köpfen nicht besonders etabliert. Leider.

Welches Buch lesen Sie gerade?

„1000 Places To See Before You Die“. Das macht in diesen Tagen gedanklich Lust auf schöne Orte und füllt die Bucket List. „Das 6-Minuten Erfolgsjournal“ kann ich auch sehr empfehlen als persönliche Reflektion und kleinen Lebenshelfer.

Wo würden Sie gerne leben?

Ich liebe es trubelig und kosmopolitisch, mit Ecken und Kanten. In meiner Geburtsstadt Berlin fühle ich mich immer wieder sehr wohl. Inzwischen mehr in Charlottenburg als in Mitte, aber das ist eine Glaubensfrage je nach Anlass und Verfassung. Ein nahes Gewässer ist auch ein dankbarer Wohlfühlfaktor.

Welchen Wirtschaftsführer bewundern Sie?

So wirklich bewundern keinen. Ich finde viele Persönlichkeiten und ihr unternehmerisches Schaffen sehr inspirierend. Besonders dann, wenn es die Welt verändert hat. Das müssen nicht immer die üblichen Verdächtigen aus dem Silicon Valley sein. Ich bewundere jeden, der den Mut hat, ein Start-up zu gründen und mit Power und Vision seinen Traum zu verfolgen.

Drei Fragen, die Sie anderen Menschen gerne stellen würden?

Haben Sie mehr Angst vor der Freiheit oder davor, unter Ihren Möglichkeiten zu bleiben?
Was würden Sie tun, wenn Sie keine Angst hätten?
Was ist schöner: begehren oder begehrt zu werden?